Besteuerung von virtuellen bzw. Krypto-Währungen (z.B. Bitcoins) – steuerliche Fragen und Antworten (FAQ)

Nach­stehend finden Sie die wichtigsten Antworten zur Be­steuerung im Zusammenhang mit virtuellen bzw. Krypto-Währungen (z.B. Bitcoins). Einfach auf die Fragen klicken und antworten lesen.

Wie werden Krypto-Währungen steuerlich betrachtet?

Krypto-Währungen stellen im­materielle Wirtschafts­güter im Sinne des Einkommen­steuer­gesetzes dar. Die BaFin hat klar­gestellt, dass es sich bei Krypto-Währungen weder um ein gesetz­liches Zahlungs­mittel handelt, noch um E-Geld. Steuer­lich lässt sich der Handel mit Krypto-Währungen demnach in gewerbliche Einkünfte (§ 15 EStG) oder sonstige Einkünfte (§ 23 EStG), auch unter privaten Ver­äußerungs­geschäften oder „Speku­lations­ge­schäften“ bekannt, einordnen. Gewerb­liche Ein­künfte erzielen Unter­nehmer, die ihre Krypto-Währungen im Betriebsvermögen halten. Sonstige Ein­künfte erzielen Privat­personen, die Krypto-Währungen aus ihrer privaten Ver­mögens­ver­waltung heraus halten.

Ist der Handel mit Krypto-Währungen steuer­pflichtig?

Grund­sätzlich sind die Gewinne aus dem Handel mit Krypto-Währungen den Ertrags­steuern (Einkommen- und ge­gebenen­falls Gewerbe­steuer) zu unter­werfen.

Zu unter­scheiden ist, aus welcher Sphäre heraus der Handel erfolgt. Wenn Bit­coins und Co. privat erworben und an­schließend verkauft oder getauscht werden, sind die Folgen daraus aufzuzeichnen. Aus den Aufzeichnungen lässt sich schlüssig ableiten, ob Gewinne oder Ver­­luste entstanden sind. Die entstandenen Gewinne oder Verluste sind innerhalb eines Wirtschafts­jahres zu ermitteln und als sonstige Einkunft in der Einkommen­steuer­erklärung zu erklären. Gewinne, die im Ver­anlagungs­jahr 600 € nicht überschreiten, sind steuerfrei. Gewinne, die 600 Euro im Jahr übersteigen, sind der vollen Höhe nach mit dem persönlichen Einkommen­steuer­tarif zu versteuern.

Verluste aus privaten Ver­äußerungs­geschäften werden mit Gewinnen aus privaten Ver­äußerungs­geschäften inner­halb eines Jahres direkt verrechnet. Sofern ein Steuer­pflichtiger aus­schließlich Verluste innerhalb eines Jahres erzielt hat, werden die Verluste gesondert fest­gestellt und können in Folge­jahren mit zukünftigen Ge­winnen verrechnet werden.

Achtung: Sobald Krypto-Währungen länger als 1 Jahr gehalten werden, erlangen sie Steuer­freiheit im Sinne des Einkommen­steuer­gesetzes. Achten Sie darauf, dass Sie nach dem Kauf der Krypto-Währung keinen Tausch oder Verkauf tätigen. Dies würde sich schädlich auf die Steuerfreiheit auswirken. Dokumentieren Sie eindeutig wann Sie die Krypto-Währung er­worben und verkauft bzw. getauscht haben. Die Steuerfreiheit sollten Sie vorsichts­halber durch das Finanzamt im Rahmen der Einkommen­steuer­erklärung klären lassen um nach­träglich eine mögliche Steuer­hinter­ziehung auszuschließen.

Ge­werbe­steuer ist bei privaten Ver­äußerungs­geschäften im Sinne des § 23 EStG nicht zu entrichten.

Wenn Bit­coins und Co. im Betriebs­vermögen gehalten werden, liegen Einkünfte aus Gewerbe­betrieb vor.

Die bereits erwähnte Steuer­freiheit (nach einem Jahr Haltefrist) und Steuer­freigrenze (600 €/Jahr) ist beim gewerb­lichen Verkauf und/oder Tausch von Krypto-Währungen nicht zu erlangen.

Gewinne aus dem Verkauf/Tausch von Krypto-Währungen unterliegen dem persönlichen Einkommen­steuer­tarif des Unter­nehmers/Gesell­schafters oder dem gesetzlich geregelten Körper­schaft­steuertarif für Kapitalgesellschaften. Zudem schulden Kapital­gesell­schaften die Gewerbe­steuer auf Gewinne aus Gewerbe­betrieb. Einzel­unternehmer schulden die individuelle Gewerbe­steuer ihrer Stadt/Gemeinde, sofern der Gewinn größer als 24.500 € ist.

Umsatz­steuer fällt auf die Handels­vorgänge aktuell nicht an (vgl. dazu EUGH-Recht­sprechung).

Gibt es Auf­zeichnungs­pflichten für den Handel mit Krypto­währungen?

Klare Antwort: Ja!

Egal ob Sie privat oder ge­werblich mit Krypto-Währungen handeln, empfehlen wir Ihnen Auf­zeichnungen über alle Handels­vorgänge zu doku­mentieren. Dabei sollen alle Erwerbs­vorgänge von Krypto-Währungen auf­gezeichnet werden und ebenso alle Ver­käufe. Auch der Tausch von Krypto-Währungen ist zwingend aufzuzeichnen.

Nutzen Sie dafür unsere Arbeits­hilfe oder andere digitale Auf­zeichnungs­möglichkeiten.

Grund­sätz­lich gilt für die Ver­brauchs­abfolge das FiFo-Verfahren. Um den Gewinn oder Verlust aus Krypto-Währungs­verkäufen zu er­mitteln, unter­stellen Sie, dass zuerst gekaufte Krypto-Währungen auch zuerst verkauft wurden. Dadurch lässt sich der Gewinn oder Verlust pro Handels­vorgang ermitteln.

Doku­mentieren Sie ebenfalls jegliche Ein- und Aus­zahlungen in den gesetzlichen Zahlungs­mitteln (Euro, Dollar etc.). Häufig verwendet dafür wird u.a. ein Konto bei der Fidor Bank.

Zusammenfassung

Der Handel mit Krypto-Währungen soll Sie steuerlich vor keine großen Aufgaben stellen. Dafür benötigen Sie eine lücken­lose Doku­mentation und einen zuverlässigen Steuer­berater. Wir kümmern uns um die Frage­stellungen rund um das Thema Steuer­pflicht und die Er­mittlung der Einkünfte. Wir kommunizieren in Zweifels­fragen mit dem Finanz­amt und helfen Ihnen unterjährig bei Ihrer Doku­mentation. Greifen Sie auf unsere Erfahrung zurück und nutzen Sie unser Dienstleistungs­angebot. Gerne betreuen wir Sie digital und ortsungebunden via Video­telefonie.

Wir akzeptieren als Zahlungs­mittel auch Bit­coins.

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