Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände im Rahmen der doppelten Haushaltsführung als Werbungskosten steuerlich voll abziehbar

15.11.2019 BFH vom 04.04.2019 - IV R 18/17 am 27. November 2019

Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung können grundsätzlich nur mit 1.000 Euro pro Monat bei Vorliegen der allgemeinen Voraussatzungen der beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung als Werbungskosten steuermindernd abgezogen werden (z.B. Bruttokaltmiete, Nebenkosten, Zweitwohnsitzsteuer).

Aufwendungen für die Einrichtung des doppelten Haushaltes unterliegen nicht der vorgenannten Deckelung auf 1.000 Euro pro Monat und können grundsätzlich unter den allgemeinen Voraussetzungen für Werbungskosten daneben in voller Höhe steuermindernd abgezogen werden, so der BFH in seinem Urteil vom 04.04.2019.

Unser Steuerberater-Tipp aus Kassel: Eine steuerlich anzuerkennende doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer einen eigenen Hausstand außerhalb des Ortes seiner ersten Tätigkeitsstätte unterhält und zudem am Ort seiner ersten Tätigkeitsstätte wohnt. Die erste Tätigkeitsstätte kann hierbei ggf. geschickt steuerlich gestaltet werden, siehe unser Steuerberater-Steuertipp Nummer 30. Ein „eigener Hausstand“ ist gegeben, wenn der Arbeitnehmer über eine Wohnung verfügt, die seinen Lebensbedürfnissen entspricht und in der sich der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen befindet. Weiterhin muss sich der Arbeitnehmer finanziell an den Kosten der Lebensführung beteiligen. Auch ein möbliertes Zimmer, ein Hotelzimmer oder eine Gemeinschaftsunterkunft können als doppelter Haushalt anerkannt werden. Sie sollten dies am besten mit Ihrem Steuerberater abstimmen.

Beachten Sie bei der Anschaffung von Einrichtungsgegenständen und Hausratsartikel auch die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter in Höhe von 800 Euro ohne Umsatzsteuer je Wirtschaftsgut. Die Anschaffung von teuren Luxusartikeln für den doppelten Haushalt dürfte jedoch trotz dieses BFH-Urteils weiterhin problematisch sein und sollte zur Reduzierung des Streitrisikos vermieden werden.

Bei Anmietung eines teilmöblierten Zimmers oder einer Wohnung empfehlen wir Ihnen als Steuerberater eine Aufteilung der Miete im Mietvertrag vorzunehmen, wenn die 1.000 Euro Grenze anderenfalls überschritten werden könnte.