Aufwendungen für ein häus­liches Arbeits­zimmer steuer­lich absetz­bar, auch wenn das Arbeits­zimmer nicht zwingend erforder­lich ist

16.04.2020 BFH vom 03.04.2019 - VI R 46/17 am 16. April 2020

Der BFH hat mit Urteil vom 03.04.2019 klargestellt, dass es für die steuerliche Abziehbarkeit der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer unerheblich ist, ob das häusliche Arbeitszimmer für die steuerrelevante Tätigkeit erforderlich ist. Für die Abzugsfähigkeit von Aufwendungen ist die Veranlassung durch die Einkünfteerzielung ausschlaggebend.

Unser Steuerberater-Tipp aus Kassel: Als Steuerberater begrüßen wir die Klarstellung durch den BFH, denn so können Sie beispielweise auch ein häusliches Arbeitszimmer für die Verwaltung Ihrer vermieteten Immobilien steuerlich gelten machen.

Die von Ihnen getragenen Aufwendungen für Ihr Arbeitszimmer können Sie grundsätzlich wie folgt steuermindernd absetzen, wenn der jeweilige Raum Ihres häuslichen Arbeitszimmers ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt wird:

  1. Ihre Aufwendungen für Ihr häusliches Arbeitszimmer können Sie in voller Höhe steuermindernd absetzen, wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten betrieblichen oder beruflichen Betätigung darstellt.
  2. Ihre Aufwendungen für Ihr häusliches Arbeitszimmer können Sie beschränkt mit bis zu 1.250 Euro im Jahr steuermindernd absetzen, sofern Ihnen für Ihre betriebliche oder berufliche Betätigung kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht und das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Betätigung darstellt.